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Wenn Männer in die Wechseljahre kommen



Die meisten Männer würden sagen, dass die Wechseljahre ein reines Frauenproblem sind. Sie übersehen oder ignorieren dabei aber die Veränderungen, die mit ihnen selbst zwischen dem 40. und 55. ja sogar dem 90. (!) Lebensjahr geschehen. Mit fortschreitendem Alter haben Männer Hitzewallungen und Schweißausbrüche - die einen mehr, die anderen weniger. Sie leiden dann zunehmend an Mattheit und können plötzlich depressiv oder reizbar sein. Potenzstörungen, Kozentrationsmangel, zunehmender Haarausfall und schwindende Muskelkraft sowie die vermehrten kleinen "Wehwehchen" werden von ihnen jedoch oft nicht ernst genommen, da dies sonst zu Sorgen um die männliche Ausstrahlungskraft führen könnte.

"Mann" ist eben nicht alt oder krank. "Frau" zwar auch nicht, aber bei ihr ist es anerkannt, dass Veränderungen der Hormonproduktion in der Mitte des Lebens zu den Wechseljahren führen, die auch als "Menopause" bekannt sind. Bei Männern ist für diesen Lebensabschnitt seit einigen Jahren der Begriff  "Andropause" eingeführt. Die innere Ablehnug der Symptome führt oft zu seelischen Konflikten, die meist mit bekannten Phänomenen zu kompensieren versucht werden. Diese sind z.B.: Ausbruch aus der Ehe oder dem Beruf, Affären mit jüngeren Frauen, Kauf eines Sportwagens, übermäßiges Essen oder verstärkter Alkoholkonsum. Dies sind dann die Anzeichen der viel belächelten "Midlife-Crisis". Dabei ist das ganze Thema kein Witz, sondern ernst zu nehmen.

Im Allgemeinen sind die Beschwerden der Wechseljahre zwar nicht gefährlich, aber dennoch können sie die Leistungsfähigkeit soweit einschränken, dass eine Behandlung erforderlich ist. In schweren Fällen kann eine verminderte Hormonproduktion sogar zu schweren Erkrankungen wie Osteoporose (Knochenschwund) führen. Ob und wie stark ein Mann von den Symptomen der Wechseljahre betroffen ist, kann wie bei Frauen sehr unterschiedlich sein. Wichtig ist es, die Veränderungen an seinem Körper zu akzeptieren, ohne ein schlechtes Lebensgefühl aufkommen zu lassen.

Wer mit seiner Lebenserfahrung im Gepäck und einem geschärften Blick fürs Wesentliche positiv auf den neuen Lebensabschnitt schaut, leidet auch meistens weniger unter den Symptomen der Wechseljahre. Es ist also keineswegs der Anfang vom Ende, sondern die Chance für einen Neuanfang. Dass dies funktioniert, beweist die neue Generation von selbstbewussten Frauen - aber auch von Männern - über 50. Wer dennoch Angst vor dem Altwerden bekommt, sollte sich mal vor Augen führen, dass man nie mehr stärker altert als in seinem ersten Lebensjahr!





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