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Wie weiblich ist der Herzinfarkt?
Das Herz ist unser Lebensmotor - die Pumpe, die Körper und Geist gleichmäßig über eine lange Zeitspanne hinweg in Bewegung hält. Gleichzeitig ist das Herz ein sehr empfindsames Organ. Zahlreiche Faktoren können das Herz schädigen, so dass es zu einer Herzerkrankung kommt. Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und Blutfettveränderungen gefährden die Gesundheit des Herzens bei Männern und bei Frauen. Jedoch reagieren Frauen aufgrund ihrer Besonderheiten etwas anders.
Den meisten Frauen ist nicht bewusst, wie hoch das Risiko für sie ist, einen Herzinfarkt zu erleiden - nämlich höher als an Brustkrebs zu erkranken. Studien haben ergeben, dass in Deutschland inzwischen mehr Frauen als Männer an einem Herzinfarkt sterben. Bis zu den Wechseljahren sind Frauen durch ihre Östrogene recht wirksam vor Herz- und Gefäßerkrankungen geschützt. Danach fehlt ihnen dieser Schutz, und sie sind dem Risiko eines Herzinfarktes genauso ausgesetzt wie Männer. Wenn ein Infarkt bei Frauen auftritt, sind sie allerdings meist schon um die 10 bis 15 Jahre älter als Männer mit einem Infarkt, was bedeutet, dass sich ihr Organismus danach oft nicht wieder erholen kann. Zudem leben mehr Frauen im Alter allein, und aus diesem Grund kommt es öfter vor, dass der Notarzt zu spät gerufen wird. Vielen Frauen sind die typisch weiblichen Anzeichen für einen Herzinfarkt auch nicht bekannt. Brustenge oder Schmerzen in der Brust verspüren sie in vielen Fällen nicht, sondern viel mehr Atemnot, Schmerzen im Oberbauch sowie Übelkeit und extreme Müdigkeit. Dies sind eher unspezifische Beschwerden, die oft fehlgedeutet werden. Häufiger als Männer erleiden Frauen auch einen so genannten stummen Infarkt, wobei der Infarkt nicht einmal bemerkt wird. Eine frühe Diagnose wird dadurch erschwert, und die so wichtige Therapie bleibt aus oder setzt zu spät ein.
Risikofaktoren, die die Gefahr eines Herzinfarktes im extremen Maße erhöhen und sich bei Frauen negativer auswirken als bei Männern, sind vor allem Rauchen, Diabetes und Bluthochdruck. Das Rauchen ist für Frauen zum Beispiel etwa viermal schädlicher, da es wie auch erhöhter Blutzucker den natürlichen Östrogenspiegel senkt. Auch Frauen mit Übergewicht und erhöhten Blutfettwerten stellen eine Risikogruppe dar. Als besonders gefährdet gelten dabei Frauen, deren Fettpolster sich im Bauchbereich ansammeln (die so genannte Apfelform). Frauen mit Fettpolstern im Bereich der Oberschenkel und Hüften (die so genannte Birnenform) sind hingegen weniger der Gefahr eines Infarktes ausgesetzt.
Nicht erst, wenn die ersten Warnsignale auftreten, ist ein umsichtiger Umgang mit dem eigenen Körper geboten. In vielen Fällen ist einem Herzinfarkt mit relativ einfachen Mitteln vorzubeugen. Ein wesentlicher Aspekt ist die Vermeidung von Risikofaktoren. Wer gesund lebt, sich richtig ernährt und körperlich fit hält, Alkohol nur in geringem Maße konsumiert, Tabak und fettes Essen meidet, regelmäßig zum Arzt geht und sich den Blutdruck kontrollieren lässt, kann die Gefahr eines Herzinfarktes in vielen Fällen wirksam reduzieren und hat gute Chancen, bei bester Gesundheit ein hohes Alter zu erreichen.
Wiebke Czybulka
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